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Arbeiten mit Epoxidharz

Andreas Achleitner

Das Arbeiten mit Epoxidharz hat sich in den letzten Jahren mehr an Beliebtheit gewonnen. Es entstehen kunstvolle Schmuckgegenstände sowie hochwertige Designermöbel. Meine Erfahrungen im Umgang mit Epoxidharz habe ich für dich zu einer kleinen Anleitung zusammengefasst. Hier findest du wertvolle Informationen und Tipps, damit dein Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann. Auf meinem YouTube Kanal findest du ein Tutorial zu diesem Thema.

Materialien & Werkzeuge 

Egal ob du in Silikonformen Schmuckgegenstände machen willst oder einen Tisch mit Epoxidharz gießen möchtest. Wichtig ist immer die Schutzausrüstung. Vergewissere dich, das du immer Handschuhe und Atemschutz verwendest und die Hinweise der verschiedenen Hersteller befolgst. Zum Gießen habe ich dir hier eine Liste mit den notwendigen Materialien zusammengestellt: 

 

Harz & Härter | Zwei Komponenten 

Damit das Epoxidharz fest wird, muss zu dem Harz eine bestimmte Menge Härter beigemengt werden. Bei vielen Herstellern beträgt das Mischverhältnis 2:1, beispielsweise 1000g Epoxidharz benötigt 500g Härter.

Manchmal sind die Mischverhältnisse auch in Milliliter (ml) angegeben. Es kann allerdings auch sein, dass bestimmte Epoxidharzprodukte mit einem anderen Mischverhältnis vermengt werden müssen. Hinweise zu den jeweiligen Mischungsverhältnissen sind meist auf der Verpackung, auf den Harz- oder Härterkannen (wie bspw. beim Sicomin Härter), im Beipackzettel oder beim Hersteller in den Datenblättern angegeben.

Angenehm bei den Sicomin Produkten finde ich, dass das Harz nicht riecht. Manche Epoxidharze riechen sehr stark nach Chemie, bei den Produkten die ich verwende riecht man gar nichts. Bei der Auswahl des Harzes muss man aufpassen, dass das Epoxidharz UV beständig ist. Ansonsten vergilbt das Harz nach einiger Zeit. 

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2K-Hochglanzlack

Der Hochglanzlack von NEMO COATINGS ist ein Zweikompo-nenten Lack. Ideal zum Überlackieren von Epoxidharz.

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Härter Hochglanz

Durch den NEMO COATINGS Härter erhält der Zweikompo-nentige Hochglanzalck seine Stabilität.

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SD 7160 Härter

Durch den langsamen Härter haben Luftblasen die Möglichkeit auf natürliche Weise zu entweichen.

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SR 1670 Epoxy

Dieses hochtransparente Epoxidharz ist UV-Beständig und für höhere Schichtdicken geeignet.

Holzauswahl 

Es gibt sehr viele Baumarten auf der Welt mit vielen interessanten Strukturen, Holzfehlern, Texturen und Zeichnungen. Egal für welches Holz du dich entscheidest, wichtig ist, dass das Holz trocken ist und eine Holzfeuchtigkeit zwischen 5 und 7% hat. 

 

Zur Messung der richtigen Holzfeuchte, wird ein Holzfeuchtemessgerät verwendet. Besonders schön sind verkannte Holzteile die für den normalen Möbelbau eher weniger in Verwendung kommen. Das sind beispielsweise Pfosten mit Ästen, Rissen oder sogenannte Wuchsfehler. Dieses Holz ist nicht nur für Drechsler sondern auch für die Verarbeitung mit Epoxidharz sehr interessant.

Beim Bau eines Rivertable ist es wichtig die Waldkante vom Holz zu entfernen. Der Hintergrund dabei ist, das sich im Laufe der Zeit die Rinde vom Holz löst. Wenn also ein Rivertable mit der Baumrinde gegossen wird, kann es sein, das nach einiger Zeit der Tisch auseinanderbricht, da der gegossene Epoxidharzteil an der Rinde klebt und nicht am Holz. Ein eher ästhetischer Reiz birgt das Entfernen der Rinde auch, wenn unter der Borke die Arbeit des Borkenkäfers zum Vorschein kommt. Bei einem kristallklaren Guss können diese kleinen Löcher das gewisse Etwas bei einem Tisch ausmachen.

Am einfachsten ist es die Rinde mit einem normalen Stemmeisen vom Holz herunter zu stemmen. Man kann allerdings auch ein Reifmesser dafür verwenden. Zur feineren Nachbearbeitung kann dann noch ein Schabhobel zum Einsatz kommen mit dem die Kannte dann schön glatt gehobelt wird. Natürlich kann man die Kante auch mit einem Exzenterschleifer bearbeiten. Hierbei empfehle ich die Kante bis zur Körnung 180 zu schleifen.

Man kann allerdings auch einen Rivertable bauen ohne ein Stück Holz mit Baumkante zu haben. Wenn du einen Pfosten zuhause hast der schon beidseitig gerade geschnitten ist, kannst du den Pfosten mit einer Bandsäge in die Kantenform schneiden die du möchtest. Für die Nachahmung der Schräge kannst du dann beispielsweise mit einem 30° Fräser die Kante abfräsen und anschließend mit dem Reifmesser noch an der gewünschten Kontur feilen.

In weiterer Folge muss das Holz danach gehobelt werden. Wenn ihr keinen Handhobel oder eine Hobelmaschine zuhause habt und niemanden kennt der eine zuhause hat, dann fragt einfach den Tischler wo ihr das Holz gekauft habt ob er das für euch  machen kann. Wenn ihr eine Oberfräse zuhause habt, könnt ihr euch auch einen Schiebeschlitten bauen um das Holz abzuhobeln. Dafür gibt es auf YouTube viele Anleitungsvideos. 

 

Nachdem das Holz dann gehobelt ist kommt die erste Frage auf. Möchte ich einen Tisch machen wo der River eher einen geraden Verlauf hat oder möchte ich den River eher in einer V-Form machen. Normalerweise verläuft ein Pfosten nachdem er aus dem Sägewerk kommt gerade. Wenn man aber einen River in V-Form möchte, dann kann man die beiden Holzteile an der geraden Kante etwas schräg anschneiden. Wenn man dann die Holzteile in einer Form ausrichtet, verläuft er automatisch schräger. Ein wichtiger Tipp ist, solltet ihr einen Kern vom Baum im Pfosten haben, schneidet ihn raus. 

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Holzvorbereitung 

Nachdem das Holz gehobelt und geschnitten ist, muss es noch geschliffen werden. Beim Holzschliff in der Vorbereitung reicht es, wenn du es bis zur Körnung 180 schleifst. 

 

Du kannst aber auch die Textur des Holzes noch mehr betonen, indem du in der Längsrichtung beispielsweise das Holz bürstest. Das funktioniert sehr gut bei Weichhölzern wie Fichte, Kiefer aber auch bei Lärche kommt die Holzstruktur sehr gut zur Geltung. 

 

Wenn du beispielsweise eine Eiche oder eine Nuss verarbeitest, kannst du durch das Räuchern den Farbton der genannten Hölzer noch attraktiver machen oder das Holz auch beizen. Wie das funktioniert habe ich schon einmal in einem Video erklärt. Schau es dir einmal an, hier ist der Link dazu. Wichtig vorab die Kompatibilität von Beize und Epoxidharz testen, nicht alle Beizen eignen sich dafür!

Die schönsten Hölzer sind für mich jene wo man erkennen kann dass es mal ein Baum war. Sprich wo man schöne Äste sieht, Maserknollen oder ein ungleichmäßiges Holzbild. Als erstes müssen die Risse oder Äste einmal vom Staub befreit werden, welcher sich beim Schleifvorgang darin angehaftet hat. Das funktioniert bestens mit einer Druckluftpistole. Wenn sich in den Rissen oder Ästen etwas mehr Schmutz angesammelt hat, kannst du auch mit einer alten Zahnbürste die unerwünschten Teilchen heraus bürsten.
 

Solltest du mit dem Gedanken spielen, Risse oder Äste kristallklar auszugießen musst du die Kanten der Risse und auch alles was man dann von oben sehen könnte mit dem Messer oder einem Stemmeisen bearbeiten, sodass keine Holzfasern mehr lose im Riss hängen. Lose teile schwimmen sonst auf und du hast im klaren Epoxidharz einen unerwünschten Einschluss. Letzteres ist nicht so tragisch wenn du die Risse oder Äste mit einem kräftigen eingefärbten Harz füllst. Die losen Teilchen, Schmutz und Staub müssen aber dennoch entfernt werden.

Der nächste Schritt ist, das Abkleben der Risse oder Äste an der Ober- oder Unterseite. Je nachdem mit welcher Seite du mit dem Ausfüllen beginnen möchtest. Ich entscheide mich immer nach folgendem Gesichtspunkt mit welcher Seite ich anfange. Welche Seite hat mehr zum Bearbeiten? Ich klebe daher dann die Seite ab die weniger Arbeitsaufwand erfordert und beginne mit der Seite die viel zu gießen hat.

In vielen Videos sieht man, dass mit Silikon ein Damm rund um das zu füllende Loch gemacht wird. Ich rate von der Verwendung von Silikon ab, weil es sich nicht wirklich mit Epoxidharz verträgt. Andererseits wenn Silikon ins Holz rein gelangt und zu schmieren beginnt hat man danach extreme Probleme mit einem Oberflächenfinish. Ich empfehle einen MS Polymer Kleber oder die gute alte Heißklebepistole um einen Damm aufzubauen.
 

Danach misst man die benötigte Menge an Harz ab und gibt es in einen Behälter. Bevor der Härter dann beigemengt wird, muss das Farbpigment oder die Acrylfarbe verrührt sein. Es gibt Epoxidharzmischungen die schneller mit dem Trocknungsprozess beginnen. Wenn man die Farbe also erst am Ende beimengt, verliert man dadurch viel Verarbeitungszeit. Wenn das Harzgemisch dann keine Schlieren mehr hat, kann es verarbeitet werden.

Allerdings muss man hier auch aufpassen. Es gibt Harze und Härter wo man von Beginn an keine Schlieren nach dem Vermengen hat. Hier sollte man unbedingt im Beipackzettel des Harzes nachsehen, wie lange man das Gemisch dann rühren muss.

Wichtig ist auch die Riverkante mit klarem Epoxidharz einzustreichen. Das verhindert, dass beim späteren Guss des Rivers Luftblasen aus der Kante aufsteigen. Ich verwende in der Werkstatt 3 farblich unterschiedliche Pinsel. Pinsel mit roten Griffen verwende ich für Epoxidharz, Pinsel mit blauem Griff verwende ich für Lack, und Pinsel mit schwarzen Griffen verwende ich für Öle. Das hat den Vorteil, dass man an der Farbe den letzten Verwendungszweck ablesen kann und so nicht mit einem Pinsel der vorher im Öl war in das Epoxidharzgemisch reinfährt.

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Bei grobporigen Hölzern wie Eiche oder Esche muss man beim Ausgießen der Äste oder Risse besonders vorsichtig sein. Beide Hölzer haben wie gesagt gröbere Poren. Schmutz, Staub und eingefärbtes Epoxidharz können sich in diesen Poren einlagern und man hat dann beispielsweise auf einem schönen gelblichen Eschenholz, schwarze Farbpigmente in der Fläche. Ich empfehle euch daher beispielsweise eine Esche vorher komplett mit klarem Epoxidharz einzustreichen. Es reicht eine dünne Schicht die alles bedeckt.


Nach dem Trocknen des klaren Harzes, können dann Risse und Löcher ganz einfach gefüllt werden und der Überschuss kann mit einer Spachtel schön abgezogen werden ohne dass die Pigmente haften bleiben. Nach dem beide Seiten eingestrichen sind kann es sein, das sich einige Harzklumpen an den Rändern ansetzen. Das passiert wenn man eine Seite einstreicht und überschüssiges Harz an der Unterseite, also am unteren Rand des Holzes haften bleiben. Diese müssen nur weggeschliffen werden, damit das Holz dann gerade in den Rahmen oder die Form gelegt werden kann.

Es empfiehlt sich auch die Riverkante vor dem Gießen noch einmal mit einem 220er Schleifpapier anzuschleifen, damit das Harz eine Verbindung zur vorherigen Schicht aufbauen kann. Dieser Vorgang empfiehlt sich auch wenn man in Schichten gießt. Hier gibt es zwei Varianten. Entweder lässt man alles austrocknen und schleift dann die Harzschicht etwas an und entfernt die Staubkörner, oder man gießt auf noch nicht ganz ausgetrocknetes Harz eine weitere Schicht darauf. Die vorherige Schicht sollte dann noch etwas klebrig sein. Mit dem Handschuh kann man diese Klebrigkeit gut überprüfen. Um das Eindringen von Staub oder Insekten zu verhindern während das Harz trocknet empfiehlt es sich eine „Haube“ über den Tisch zu stülpen.

Gussformen & Rahmen 

Besonders für die Schmuckherstellung empfehlen sich Silikonformen. Die Eigenschaften dieser Gussformen sind optimal und das ausgetrocknete Harz in Form von beispielsweise Halskettenanhängern lässt sich sehr gut von der Form herausnehmen.

Bei der Verwendung von Kuchenbackformen aus Metall empfiehlt es sich die Metallteile vorher einzusprühen. Hier kann ich den Trennspray von Acmosan empfehlen. Er eignet sich auch bei Tischprojekten sehr gut. Der Spray hinterlässt so gut wie kaum Rückstände auf der Oberfläche und trennt wirklich ganz gut. Der größte Vorteil ist aber die Anwendung, schütteln und einsprühen - fertig. Bei Flächen kann nach Ablüftzeit von 10 Minuten auch gerne noch eine zweite Schicht aufgetragen werden. 

 

Als Unterlage der Formen habe ich mit Wachspapier, einem ölhaltigen Papier oder mit einer Backmatte gute Erfahrungen gemacht. Zum Abdichten wird in Vielen Videos Silikon verwendet. Ich persönlich rate euch davon ab.  Schon der kleinste Schmierfleck kann üble Folgen auf der Oberfläche von Gussobjekten haben, die sich dann nur noch mit erheblichem Zeit- und Schleifaufwand wieder bereinigen lassen. Alternativ zum Silikon empfehle ich euch einen MS Polymer Kleber zum Abdichten. Der gute alte Heißkleber ist hier auch ein heißer Tipp. Er verträgt sich mit Epoxidharz sehr gut.

Bevor man mit dem Sägen der Rahmenteile beginnt sollte man sich die Holzteile einmal so auflegen wie der fertige Tisch einmal aussehen sollte. Das macht das Abmessen der Außenmaße ganz einfach. Je nachdem wie man den Tisch gießen möchte gibt es hier zwei Ansätze. Der erste Ansatz ist, den Rahmen genau in den Abmessungen zuzuschneiden, damit das Holz passgenau in den Rahmen passt.

Der zweite Ansatz ist, wenn man Holz komplett eingießen möchte, dann muss man die Abmessungen um die Harzstärke die man außen haben will größer machen. Einen River kann man dann allerdings nicht mehr gießen, da das Harz dann an den Enden des Rivers ausrinnt. Hier kann man dann den River vorher extra fertig gießen und die ganze Platte dann im Rahmen fertig gießen, sofern der River eine andere Farbe hat als das Harz das man außen verwenden möchte.

Diese Rahmen können aus verschiedenen Materialien gebaut werden. Ich verwende gerne kunststoffbeschichtete Spanplatten. Nach dem Sägen schleife ich die Kanten leicht an, damit ich nicht in Gefahr laufe mich an den scharfen Kanten zu schneiden. Wichtig dabei ist, dass der Rahmen mit einem Klebeband auf der Innenseite abgeklebt wird. Andere Materialien wie Rohspanplatten, Sperrholz, MDF-Platten kleben sonst am Epoxidharz. 

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Wenn man allerdings eine Baumscheibe eingießen möchte, dann muss man beim Rahmenbau etwas kreativ sein um der Form der Baumscheibe zu folgen. Hier empfehle ich euch, eine MDF Leiste die bis zu zwei Drittel an einer Seite mit der Kreissäge eingeschnitten ist. Die Tiefe des Einschnittes und der Abstand der Einschnitte bestimmen die Biegung der Leiste. Wenn man auf einer Tischplatte gießt, kann der rundliche oder ovale Rahmen mit Heißkleber an der Tischplatte befestigt werden. Holzklötze an der Außenseite geben zusätzliche Formstabilität. Wichtig ist, dass das Ankleben des Klebebands vor der Informbringung erfolgt. Sonst tut man sich nachher weit schwerer.


In vielen Videos sieht man, dass man bei Kunststoffbeschichteten Platten die Form nicht abkleben muss. Ich empfehle euch es trotzdem zu tun. Wenn man es nicht macht, muss man ein Trennmittel auf die Kunststoffplatte auftragen. Ich verzichte auf das Trennmittel und klebe den Boden einfach überlappend mit einem etwas dickeren Klebeband oder einem Gewebeband ab. Mit einem einfachen Bleistiftstrich an der Außenkante des Rahmens, hat man schon die Dimension auf den Gusstisch übertragen um ihn dann mit dem Klebeband abkleben zu können.

Den unteren Rand und die Seiten der Form sollten mit einem MS Polymer Kleber oder mit Heißkleber abgedichtet werden, damit kein Harzaustritt erfolgen kann. An der Außenseite des Rahmens kann dies sicherheitshalber auch durchgeführt werden. Ich persönlich klebe den Rahmen noch an einigen Punkten mit der Heißklebepistole außen an. Damit kann der Rahmen nicht mehr so leicht verrutschen kann oder man setzt Zwingen an.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit mit einer Plastikfolie den Boden des Rahmens auszulegen. Auch ich habe das einmal gemacht. Nachteilig ist, dass man die Plastikfolie spannen muss. Sollte eine kleine Falte drinnen sein, sieht man das auch nach dem herausnehmen aus dem Rahmen. Andererseits werden mache Epoxidharzgemische sehr heiß. Dies kann dann auch zu einer Verformung der Plastikfolie führen was wiederum zu unerwünschten Ergebnissen führen kann.

Der Gusstisch sollte vor dem Gießen auf seine waagrechte Position überprüft werden. Ansonsten verläuft das Harz nicht gerade und man muss nach getaner Arbeit einiges an Epoxidharz abhobeln oder abschleifen um eine gleichmäßig starke Platte zu  bekommen.

Die erste Riverschicht sollte mit einem klaren Epoxidharz gegossen werden. Es kommt trotz niederspannen des Holzes fast immer vor, das das färbige Harz unter die beiden Holzteile gelangt. Das Harz kommt dabei in die Holzporen und der Tisch muss wieder abgeschliffen werden. Um diesen Arbeitsvorgang zu verhindern, gieße ich immer eine 2-3 Millimeter Schicht klares Harz als erste Schicht.

Anstelle des färbigen Harzes kommt also klares Harz in die Bodenrillen hinein und ich erspare mir somit einigen Ärger und viel Schleifarbeiten. Auftretende Luftblasen können dann mit einem Gasbrenner oder Heißluftfön durch erhitzen des Harzes herausgebracht werden.

Farben

Farblich kann das Epoxidharz eingefärbt werden. Ich habe mit Acrylfarben und Pigmentpulver sehr gute Erfahrungen gemacht. Besonders interessant sind leuchtende Farbpigmente. Diese laden sich durch Licht auf und geben bei Dunkelheit Licht im gewünschten Farbton ab.

Wichtig ist, dass das Pigmentpulver erst durch Rühren im Harz vollständig aufgelöst werden muss. Erst danach sollte man den Härter zugeben. 

 

Letzteres ist wichtig, um die Topfzeit, also die Zeit in der man das gemischte Epoxidharz verarbeiten sollte, nicht durch das Einrühren des Pigments verkürzt wird. Die verschiedenen Harzgemische haben auch unterschiedliche Topfzeiten. Ich persönlich verwende für eine längere Verarbeitungszeit das Epoxidharz SR1670 von Sicomin gemeinsam mit dem Härter SD7160. Dieser Härter benötigt zur Härtung eine längere Zeit und ist auch für einen Guss in höherer Schichtstärke geeignet.

Bis zu 3cm können -je nach Umgebungsbedingungen- in einem Gang, die nächste Schicht kann dann nach mehreren Stunden Wartezeit gegossen werden. Vorteilhaft ist auch, dass durch die lange Topfzeit Luftblasen mehr Zeit haben, aus dem Harz nach oben hin zu entweichen und diese dort dann mittels Föhn oder ähnlichem zum Verschwinden zu bringen.

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Eingebettete Materialien

Wenn Materialen in die Epoxidharzschicht eingebettet werden sollen, kann ich euch folgende Tipps geben. Wichtig ist, dass Steine mit der Bürste gesäubert und erst getrocknet in das Harz eingelegt werden müssen. Sollte nämlich noch ein bisschen Erde oder ein brüchiger Teil am Stein haften, kann es sein, das sich beim Eingießen diese Teile lösen.

Bei leichteren Teilen wie Kaffeebohnen, Holzteilchen oder getrockneten Pflanzen empfiehlt es sich eine Schicht zu gießen und die genannten Teile dann in die Schicht reinzulegen und antrocknen zu lassen, sodass sie sich nicht mehr bewegen. Lose Teile, beispielsweise bei der genannten Kaffeebohne müssen entfernt werden, da sie sonst beim nächsten Guss aufschwimmt. Bei großen Muscheln mit einem Gehäuse oder Schneckenhäuser empfehle ich euch, sie vorher mit Harz auszugießen. In dem Muschelhohlraum ist viel Platz für Luft, damit keine Blasen austreten während des Einbettens ist es wichtig sie vorher alleine auszugießen und austrocknen zu lassen.

Wenn man Dekosand in Epoxidharz eingießen möchte, sollte er vorher komplett mit dem bereits gemischten Harz vermengt werden bevor man den Sand in die Form legt. Das Epoxidharzgemisch sollte nach und nach in die Sandmischung eingerührt werden. Der Sand soll nur so viel Epoxidharz abbekommen als wäre er „feucht bis nass“. Danach kann er in den River eingelegt werden.

Nach dem Austrocknen des Sandgemisches kann eine weitere Schicht aufgegossen werden. Ich empfehle beim Einbetten von Sand, Reis, Flocken, Streusel das Absaugen nicht haftender Teile mit einem Staubsauger um auch das letzte lose Körnchen aus der Form zu beseitigen bevor die nächste Schicht gegossen wird.

Fräsen, Schleifen & Deckschicht

Zu Beginn muss natürlich der Rivertable einmal aus der Form genommen werden. Dazu sollte ein Gummihammer und falls notwendig schräg angeschnittene Hartholzklötze verwendet werden. Hierbei kann es zu Problemen kommen, dass Harzaustritte sich an die Rahmenteile geklebt haben. Diese angeklebten Stellen lassen sich aber mit vorsichtigen Hammerschlägen trennen. Anschließend müssen die Klebebandreste vollständig von der Tischplatte entfernt werden.

Wenn man Klebestreifen übersieht ist es im Nachhinein ziemlich ärgerlich. Wenn ihr meinen Hinweis, die erste Riverschicht klar zu gießen nachgekommen seid, habt ihr nun an der Unterseite kein farbliches Epoxidharz das in die Holzfläche geronnen ist. Das ist eine immense Arbeitserleichterung, weil nur die Platte eventuell begradigt werden muss. In meiner Werkstatt habe ich dafür eine Zylinderschleifmaschine die ich mit einem Schleifband der Körnung 80 bestückt habe. Ich verwende die Schleifmaschine immer zum Kalibrieren der Tischplatten.

Man kann diesen Schritt auch mit einem Bandschleifer machen. Im Anschluss kann man dann die Tischplatte mit der Kreissäge zuschneiden und mit der gewünschten Kantenrundung oder einer schrägen Fase an der Oberfräse oder Tischfräse weitermachen. 

 

Beim Anschleifen der Epoxidharzschicht und der Fase schleife ich zu Beginn mit einer 180er Körnung und arbeite mich dann hoch auf Körnung 220. Nachdem die Tischplatte dann ausgeschliffen und entstaubt ist, überprüfe ich noch einmal ob es da und dort kleinere Löcher gibt. Diese sollten dann mit Epoxidharz noch einmal ausgefüllt werden. Erst im Anschluss streiche die Platte noch einmal mit einer klaren Epoxidharzschicht komplett ein und lasse sie aushärten.

Bei runden Kanten oder einer schrägen Fase sammelt sich etwas Epoxidharz an der Unterseite. Nach der Aushärtung bildet das Harz dann so kleine Pfropfen. Um die Bildung dessen zu verhindern oder zumindest zu verringern, empfehle ich euch mit dem Gummihandschuh nach dem Einstreichen die Kante abzufahren und das überschüssige Epoxidharz wegzunehmen.

Tischfüße & Untergestelle 

Bei der Wahl des richtigen Untergestells sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Man kann einen geraden Rahmen aus Holz mit Füßen selbst fertigen oder auch eine Tischsäule drechseln.

Wenn man allerdings eine moderne Epoxidharz Tischplatte herstellt finde ich die Kombination mit Edelstahl oder Tischuntergestelle sehr ansprechend. 

Neben dem Video zur Herstellung eines Säulentischfußes mit Segmentringen die an der Drechselbank hergestellt werden, habe ich auf meinem YouTube Kanal auch einmal ein Untergestell für einen Couchtisch mit einem Fach gemacht.

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Wichtig ist darauf zu achten, dass man beim Befestigen der Tischplatte mit Schrauben, diese nicht in den River schraubt. Neben der Sichtbarkeit des Schraubens im River bei einem transparenten River, kann es auch passieren, das durch den Druck der Schraube die sich in das Material arbeitet, die Epoxidharzschicht auch Risse bekommt. Diese Risse sind dann meist auch bei eingefärbtem Harz sichtbar und müssen wiederum nachbearbeitet werden.

Oberflächenbehandlung 

Am Ende des Projekts stellt sich immer die Frage welche Oberflächenbehandlung soll auf einen Kunstharztisch kommen. Grundsätzlich gibt es 3 Varianten die sich als Finish sehr gut eignen. 

 

Bei eingegossenen Tischen, also wo das gesamte Holz inklusive Kanten mit Epoxidharz versiegelt wird sollte eine Epoxidharz Deckschicht, ein hochkörniges Anschleifen und ein Aufpolieren mit einer Polierpaste ausreichen. 

 

Bei einem Rivertable der nicht komplett eingegossen wird sondern nur im Mittelteil eine Epoxidharzfläche hat, wird natürlich auch der Glanzgrad durch das Aufschleifen bestimmt. Für die Oberflächenbehandlung mit Ölen oder Lacken reicht bei den Holzteilen das Schleifen bis zur Körnung 180. Aufwendiger wird es aber beim Epoxidharzstreifen. Diesen sollte man bis zur Körnung 4000 Nassschleifen und danach mit einer Polierpaste polieren ehe man dann die gesamte Fläche ölt oder mit einem Wachs versiegelt. 

 

Die dritte Variante ist die Behandlung der Oberfläche mit einem 2 Komponenten Lack wie er im Bootsbau oder in der Autolackiererei verwendet wird. Wie beim Vorbereiten der Holzoberfläche vor dem Ölen, muss der Epoxidharzstreifen auch bis zu einer hohen Körnung ausgeschliffen werden. Die 2K Lacke basieren auf Polyurethan haben sehr kratzfeste und UV Beständige Eigenschaften. Ich verwende zum Lackieren die 2 Komponenten Lacke von Nemo Coatings. Der Hochglanzlack auf Polyurethan Basis ist auch bei der Firma Timeout erhältlich.

Ich hoffe du konntest aufschlussreiche Informationen über den Umgang mit Epoxidharz durch diesen Artikel erlangen. Auf meinem YouTube Kanal findest du eine Tutorial Serie wie ich einen Rivertable baue. Es sind auch ältere Videos auf meinem Kanal wo ich noch nicht alles richtig gemacht habe, denn auch ich habe erst durch die Praxis, Tüfteln und Ausprobieren vieles lernen müssen. Jedenfalls wünsche ich dir viel Spaß bei deinen Epoxidharzprojekten.

Weiterführende Informationen 

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YouTube Playlist: Epoxidharz

Auf YouTube habe ich für dich ein komplettes Tutorial über die Arbeit mit Epoxidharz in einer Playlist zusammengestellt. Mit einem klick auf das Foto öffnest du die kostenlose Videoserie auf YouTube.

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